Sind unsere Lebensmittel zu billig?

(Auszug von Hans Meister in Landwirt 5/2010)

Warum wird alles teurer, nur die Lebensmittel werden billiger?

Sind Lebensmittel nichts wert, weil es anscheinend genug

davon gibt? Fakt ist, dass die Produzentenpreise so niedrig sind, wie schon lange nicht mehr. Fakst ist aber auch, dass kaum ein Bauer direkt an die Handelsketten verkauft, sondern so viele "Köche" mitwirken, wie kaum sonst wo.

Und alle wollen daran entsprechend verdienen: die Abnehmer, die Verarbeiter, die Zwischenlagerer, die Handelsketten. Am Beispiel des Fleischmarktes lassen sich die Marktmechanismen ziemlich deutlich zeigen. Von den rund 700.000 Rindern, die im Vorjahr in Österreich geschlachtet wurden, kamen 118.000 Stück aus osteuropäischen Ländern. Ein unakzeptables Gesetz, das den Verarbeitern erlaubt, Rinder und Schweine aus irgenwelchen Drittländern, wenn sie in Österreich geschlachtet un weiterverarbeitet wurden, als österreichisches Fleisch und als österreichisches Produkt zu verkaufen. Solche Biligimporte landen dann sehr oft als Aktionsware im Supermarkt und dienen den großen Ketten dazu, ihre Preisschlacht mit

Lebensmitteln auf dem Rücken der heimischen Erzeuger auszutragen. Vergleicht man beispielweise die Aktoinsware von 1974 mit jener von 2010 - wie kürzlich die Tageszeitung der "Kurier" tat - , zeigt sich Folgendes:

1 kg Schweinsschnitzerl kostete 1974 in Aktion 69,00 ATS, also 5,01 Euro - 2010 sind es 2,99 Euro.

1 kg Extrawurst kostete 1974 in Akton 33,80 ATS, also

2,45 Euro - 2010 sind es 1,88 Euro.

Es bedeutet, dass wir heute alle für Lebensmittel nur noch rund 13% unseres Einkommens aufwenden müssen, gegenüber rund 30% von früher.

Sind die Lebensmittel zu billig? Die Frage beantwortet sich

fast selber. In Österreich wandern jährlich rund 160.000 Tonnen nahrungsmittel in die Mülltonne. Jeder Österreicher gibt

jährlich 387 Euro unnötig für Lebensmittel aus.  Die Rechnung

der Geiz ist geil Mentalität stimmt schlichtweg nicht, denn

die Geilheit landet zu oft im Müll.